Hier finden Sie die von Schröder Consult kommunizierten Presseinformationen
Zur Krise in der Automobilindustrie
Konzerne, Politik und Verbände sollen den Mittelstand retten
Sanierungsexperte Oskar Schröder rät zu „Konzertierter Aktion"
28. Oktober 2008 (Berlin): Kurzarbeit und Produktionsstopps bestimmen die Meldungen aus der Automobilbranche. Doch viel schlimmer als in den Werken von BMW, Mercedes oder Opel sieht es bei den Zulieferern aus: Dort kommt es bereits zu Entlassungen. Nach den Leiharbeitern sind jetzt bereits die festen Belegschaften betroffen. Sogar Insolvenzen werden wahrscheinlicher. Oskar Schröder, der als Sanierungsexperte gerade der Belegschaft beim insolventen Wohnmobilhersteller KnausTabbert zur Seite steht, appelliert an Konzerne, Politik und Verbände: „Wir brauchen dringend eine konzertierte Aktion zur Stützung der mittelständischen Zuliefererindustrie!"
Finanzielle Garantien zur Existenzsicherung und Zusagen über die Abnahme von Produkten seien das Gebot der Stunde. Schröder: „Wenn die Zulieferer schließen müssen, können auch die Konzerne dicht machen, wenn die Produktion wieder anlaufen sollte. Denn dann gibt es keine Teile mehr, die verbaut werden können." Darum rät Sanierungsexperte Schröder den großen Automobilkonzernen, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden. „Viele Zulieferer sind von wenigen Konzernen abhängig. Das wird immer deutlich, wenn Lieferbedingungen und Preise ausgehandelt werden. Jetzt ist es an den Großen, den Kleinen Bestandsgarantien zu geben."
Schröder begrüßte, dass sich mit VDIK-Präsident Volker Lange ein Lobbyverband zu Wort gemeldet habe. Aber: „Es müssen nicht gleich große Rettungsfonds sein. Wir wissen, oftmals hilft eine kleine, individuelle Lösung dem Mittelständler vor Ort weiter", so Oskar Schröder. Er rief insbesondere nun auch den VDA mit dem ehemaligen Verkehrsminister Matthias Wissmann an der Spitze auf, sich zu engagieren: „Jetzt gehören Hersteller, Zulieferer, Standortpolitiker und Banken an einen Tisch."
Betriebsrat lobt Insolvenzverwalter des Wohnmobilherstellers
KnausTabbert soll von den Milliarden zur Bankenrettung profitieren
Schröder Consult: Rettung der Arbeitsplätze ist machbar
21. Oktober 2008 (Mottgers/Hessen): Im Bemühen um die Rettung der Arbeitsplätze beim insolventen Wohnmobilhersteller KnausTabbert lobt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Robert Stoß die Arbeit des vorläufigen Insolvenzverwalters Michael Jaffé. Dieser sei sehr bemüht, gemeinsam mit Beratern von Roland Berger das Unternehmen für potenzielle Investoren interessant zu machen. „Eine Rettung der Arbeitsplätze ist möglich", sagt Oskar Schröder, der den Betriebsrat im hessischen Werk von KnausTabbert in Mottgers berät. Ziel müsse sein, so Schröder, sowohl den Standort in Jandelsbrunn in Bayern als auch in Mottgers soweit wie möglich zu erhalten. Die Zukunft des Werkes in Ungarn bleibe dagegen eher ungewiss, da dort inzwischen keine spürbaren Kostenvorteile mehr erkennbar seien.
Gleichwohl könne im kommenden Jahr ein teilweiser Arbeitsplatzabbau bei KnausTabbert nicht ganz ausgeschlossen werden, so Betriebsrat Stoß, da es in der gesamten Branche zu einem signifikanten Nachfragerückgang bei Wohnmobilen gekommen sei. Oskar Schröder sieht jetzt das Bankenkonsortium aus Bayerischer Landesbank, Commerzbank, Dresdner Bank und Hypo-Vereinsbank in der Pflicht, die dringend benötigten Finanzmittel freizugeben: „Die vorhandenen Aufträge müssen umgehend abgearbeitet werden", so Schröder. Betriebsrat Stoß fordert: „Das Milliardenpaket der Bundesregierung zur Rettung der Banken muss auch dazu dienen, den Erhalt der Arbeitsplätze zu sichern."
Oskar Schröder ruft insbesondere die beteiligten Landespolitiker in Hessen und insbesondere in Bayern auf, sich noch stärker als bisher für den Erhalt der Standorte und so vieler Arbeitsplätze wie möglich einzusetzen: „Eine Schließung der Standorte in Bayern und Hessen würde ein Vielfaches an Arbeitslosigkeit in den jeweiligen Regionen nach sich ziehen, denn von KnausTabbert hängen auch viele Zulieferer ab."
Insolvenzen gefährden tausende von Existenzen
Die globale Finanzkrise erreicht den deutschen Mittelstand
Sanierungsexperte Oskar Schröder befürchtet „Schlachtfest" bei KnausTabbert
15. Oktober 2008 (Mottgers/Hessen): Die Finanzmarktkrise, eine geringe Kaufkraft und der Konjunkturrückgang fordern ihre ersten Opfer im deutschen Mittelstand. In Hessen hat die Insolvenz des Wohnmobile-Herstellers KnausTabbert die Polsterwerkstätten Steinau (PWS) mitgerissen, die das Insolvenzverfahren beantragen mussten. Während bei KnausTabbert in Mottgers 400 Arbeitsplätze gefährdet sind, trifft es beim nur wenige Kilometer entfernten Zulieferer PWS achtzig Beschäftigte. „Tatsächlich sind es jedoch viel mehr", sagt Sanierungsexperte Oskar Schröder. Er berät den Betriebsrat im hessischen Werk von KnausTabbert. „In der Region stehen zwischen 2.500 und 3.000 Existenzen auf dem Spiel", rechnet Schröder vor. „Es gibt Familien, da arbeitet der Mann bei KnausTabbert und seine Frau bei PWS. Pleiten schlagen hier bis zum Bäcker und Metzger durch."
Oskar Schröder befürchtet ein „Schlachtfest in Hessen", weil das Werk von KnausTabbert im Sanierungsfall zu Gunsten des Stammsitzes im bayerischen Jandelsbrunn geopfert werden könnte, wo fast 800 Arbeitsplätze bedroht sind. Um dies zu verhindern, hat Schröder zusammen mit dem Betriebsrat, dem Bürgermeister und Kreistagspolitikern eine Aktion vorbereitet. Unter dem Motto „Eine Region steht auf" will man Unterschriften sammeln und mit einer Pressekonferenz am Donnerstag, 16.10.2008, um 12.00 Uhr im Werk von KnausTabbert ein Zeichen setzen für den Erhalt des Produktionsstandortes.
Das Beispiel KnausTabbert illustriere die Anfälligkeit einer ganzen Branche, stellt Oskar Schröder fest. „Hier hat ein Kreditinstitut das übliche Darlehen versagt, mit dem der Betrieb über den Winter gekommen wäre, und andere Konsortialbanken haben sich ohne Not angeschlossen. Bei den deutschen Kfz-Zulieferern arbeiten fast 400.000 Menschen. Wenn da ein großer Hersteller ins Schlingern gerät, fliegt der kleine Zulieferer aus der Kurve."
Zur Krise der Hertie-Kaufhauskette
Offenbar nur für die Renditeoptimierung gehandelt
Sanierungsexperte Oskar Schröder sieht Schuld bei britischem Investor
31. Juli 2008 (Berlin): Fehlende Marktkenntnisse und falsches Kapital-Management sind die Ursachen für die wirtschaftliche Schieflage der Hertie-Warenhauskette. Diese Auffassung hat der Unternehmensberater und Firmensanierer Oskar Schröder vertreten (in der Branche bekannt durch Restrukturierungserfolge bei Unternehmen wie Grohe, Holzmann, Linde). „Die Mitarbeiter und Lieferanten sind nun die Leidtragenden einer verfehlten Geschäftspolitik“, so Schröder heute in Berlin. „Hier wurden Gelder aus dem Unternehmen abgezogen, die man für eine umfassende Sanierung dringend gebraucht hätte.“
Oskar Schröder kritisiert insbesondere die Trennung von Hertie in eine Warenhandels- und in eine Immobiliengesellschaft: „Die hohen Mietforderungen haben zum Niedergang der Kaufhauskette beigetragen, so dass notwendige Investitionen nicht mehr in dem erforderlichen Maße möglich waren.“ Zudem habe der britische Investor Kenntnisse vom deutschen Einzelhandel vermissen lassen. Zu spät sei versucht worden, die „Traditionsmarke Hertie“ wieder zu beleben. Schröder weiter: „Offenbar wurde hier nur unter der Maxime einer Renditeoptimierung gehandelt.“ Hinweise auf wirtschaftliche Schwierigkeiten in der Immobiliensparte des Investors, die sich nun auf Hertie auswirken, wollte Schröder nicht gelten lassen: „Wer wirtschaftlich verantwortlich agiert, sichert sich gegen Marktturbulenzen ab. Dazu konnte ich hier keine Bereitschaft erkennen.“
Schröder könne nun jene Kritiker verstehen, die einmal mehr das Bild einer Investoren-Heuschrecke malen, die ein Traditionsunternehmen finanziell aussauge. Er warnte jedoch davor, die negative Entwicklung bei Hertie zu benutzen, um einmal mehr Finanzierungsgesellschaften zu verteufeln. Ohne auf aktuelle Entwicklungen direkt Bezug zu nehmen, sagte er: „Es gibt gerade in Deutschland Investoren, die sich aus hehren Zielen an Unternehmen beteiligen möchten; die Arbeitsplätze erhalten und die nicht an einer Profitmaximierung um jeden Preis interessiert sind.“
