Hoffnung für Großwäscherei

Die Investorensuche für die insolvente MTR läuft auf Hochtouren. Eine Außenstelle aber wird sofort dicht gemacht. In Riesa geht es weiter, in Niesky nicht: Der Geschäftsbetrieb der Mittelsächsischen Textilreinigungs- und -handels AG (MTR) wird auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. März am Hauptsitz am Riesaer Wasserweg fortgeführt.

 

Die Investorensuche für die insolvente MTR läuft auf Hochtouren. Eine Außenstelle aber wird sofort dicht gemacht.

 

Riesa. In Riesa geht es weiter, in Niesky nicht: Der Geschäftsbetrieb der Mittelsächsischen Textilreinigungs- und -handels AG (MTR) wird auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. März am Hauptsitz am Riesaer Wasserweg fortgeführt. Sanierung und Investorensuche laufen auf Hochtouren, sagt Insolvenzverwalter Rainer M. Bähr, Partner bei der Kanzlei HWW. Er führe mit Interessenten erste Gespräche über eine mögliche Übernahme, um das Unternehmen nachhaltig zu sanieren. Er sei optimistisch, dass in den kommenden Monaten ein Investor gefunden wird.


Gleich nach Insolvenzanmeldung hatte Bähr intensive Gespräche mit Gläubigern, Kunden und Lieferanten geführt, um die Fortführung des Geschäftsbetriebs sicherzustellen und die Sanierungsmöglichkeiten zu prüfen. „Alle Beteiligten verhalten sich sehr konstruktiv und stehen weiter zum Unternehmen“, betont Bähr.

23 Mitarbeiter müssen gehen

Um das Unternehmen am Hauptstandort Riesa zu stabilisieren, wird die Niederlassung in Niesky mit sofortiger Wirkung geschlossen. Davon betroffen sind 23 Mitarbeiter. „Dieser Schritt war notwendig, da trotz des Wegfalls zweier wichtiger Großkunden vor der Insolvenz und des damit einhergehenden Umsatzrückgangs bislang keine Personalanpassungen folgten. Nur so kann es gelingen, die verbleibenden 170 Arbeitsplätze und das Traditionsunternehmen selbst zu erhalten“, erläutert der Insolvenzverwalter.


Bereits vor Insolvenzeröffnung wurde Ende Februar ein Interessenausgleich und ein Transfersozialplan mit dem Betriebsrat geschlossen und eine Transfergesellschaft, die Petram GmbH, eingebunden. Alle betroffenen Mitarbeiter am Standort Niesky können in die Transfergesellschaft wechseln und werden dort für bis zu neun Monate weiterbeschäftigt. Ziel ist es, die dort betreuten Mitarbeiter in dieser Zeit weiterzubilden und so schnell wie möglich wieder in neue Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln.


Betriebsratsvorsitzende Maren Hofmann: „Für die Beschäftigten ist eine Situation in einer Insolvenz immer eine schreckliche Ungewissheit. Für unsere Kolleginnen und Kollegen in Niesky haben wir mit der Einrichtung einer Transfergesellschaft versucht, das Optimale zu regeln.“ Unterstützung dabei habe es vom Unternehmen Schröder Consult gegeben. „Für die Beschäftigten in Riesa erwarten wir eine Sicherung der Beschäftigung und des Standortes“, sagt Reiner Neumeister von Schröder Consult. „Wir unterstützen gerne gerade in so einer schwierigen Situation Betriebsräte und Beschäftigte mit unserer Sachkenntnis und können Hilfestellungen geben.“ Ziel sei, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.


Das Hauptaugenmerk des Rechtsanwalts liegt nun auf der Suche nach einem Investor, um das Unternehmen nachhaltig zu sanieren. Mit diversen Interessenten werden erste Gespräche geführt: „Ich bin optimistisch, dass es möglich ist, in den kommenden Monaten einen Investor für MTR zu finden“, so Bähr. Um den Investorenprozess nicht zu gefährden, können derzeit keine weiteren Angaben zu Interessenten und zum Stand der Verhandlungen gemacht werden. – Die Mittelsächsische Textilreinigungs- und -handels AG (MTR) hatte Anfang Januar einen Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das zuständige Amtsgericht Dresden Rainer M. Bähr. Mit der Verfahrenseröffnung am 1. März wurde er als Insolvenzverwalter bestätigt. Die Insolvenzantragstellung war notwendig geworden, weil dem Unternehmen durch einen erheblichen Umsatzrückgang, der aus dem Auslaufen von zwei wichtigen Großkundenaufträgen im vergangenen Jahr resultierte, die Zahlungsunfähigkeit drohte. Die Umsatzeinbußen konnten nicht ausreichend durch Neuaufträge kompensiert und die Kostenstrukturen nicht rechtzeitig entsprechend angepasst werden.


Die Mittelsächsische Textilreinigungs- und -handels AG bearbeitet nach eigenen Angaben täglich mehr als 30 Tonnen Wäsche. Rund 20 Krankenhäuser mit fast 7 000 Betten, mehr als 40 Hotels und mehr als zehn Pflegeheime gehören zu den Kunden. So beliefert MTR im Rahmen der Stationsversorgung Krankenhäuser und Pflegeheime mit frischer Wäsche. Auch die Elbland-Kliniken im Kreis Meißen gehören zu den Kunden.

"Starker Verträngunswettbewerb"

Das Unternehmen hatte in einem der letzten Jahresabschlüsse darauf verwiesen, dass auf dem Markt der Textil-Versorgung von Krankenhäusern und Pflegeheimen „starker Verdrängungswettbewerb“ herrsche. Zudem führe der Mindestlohn zu verschärftem Kostendruck. Eine Chance, den Umsatz zu steigern, biete der Ausbau des Hotelsektors. (SZ)

 

http://www.sz-online.de/nachrichten/hoffnung-fuer-grosswaescherei-3626609.html